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Unterwegs in Japan: Asakusa (Tokio) Teil 1

Ich habe Fernweh wie noch nie.

Bisher war meine Leidenschaft für Japan nicht greifbar. Eine Woche Tokio und ein Abstecher nach Kyoto haben das geändert. Nicht, dass diese kurze Zeit genügen würde, um auch nur ansatzweise dieses Land und seine Kultur zu verstehen – geschweige denn behaupten zu können man hätte alle Hotspots in Tokio besucht. Aber ich weiß nun, dass ich mehr von diesem wunderschönen Land sehen möchte.

Bereits auf dem Weg in unser Hotel im Tempelbezirk Asakusa beschleicht mich das wohlige Gefühl nach Hause zu kommen. Obwohl so vieles fremd und anders ist, fühlt es sich vertraut an.


Dank der freundlichen Tokioter am Flughafen und in der Metro erreichen wir problemlos unser Ziel. Sie sind den Anblick verwirrter Touristen vor Ticketautomaten (die stark an die achtziger Jahre erinnern – aber im Gegensatz zur den Touchscreen-Geräten in Deutschland funktionieren und sogar Wechselgeld in Scheinen ausgeben) gewöhnt und helfen gern. Während unseres Aufenthaltes begegnen wir überwiegend hilfsbereiten und aufgeschlossenen Menschen, die uns über die ein oder andere Sprachbarriere helfen.


Die Suche nach einem geeignetem Restaurant kann sich schwierig gestalten, wenn man aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse die Speisekarten nicht ansatzweise deuten kann. Werden hier Nudeln gekocht? Welche Nudeln? Keine Nudeln? Sushi? Gyozas? Tepanyaki? Und was kostet das ganze? Wir sind ja in der Regel mutig, aber ganz ohne Anhaltspunkte wird die Wahl des Lokals zur Sneak Preview. Nur gut, dass viele der Restaurants auch Karten in englischer Sprache oder Plastikmodelle zur Veranschaulichung in der Auslage haben. Dieses „Plastikessen“ im Schaufenster ist übrigens nicht ungewöhnlich und deutet auch nicht auf mangelnde Qualität hin.


In der Altstadt von Asasuka, mit ihrer niedrigen Bebauung und der Vielzahl kleiner lauschiger Lokale, startet unsere kulinarische Reise mit jeweils einer Tuna-Don (eine Schüssel mit rohem Thunfisch auf Sushi-Reis) im Restaurant UOSAI. Bei der Getränkewahl orientieren wir uns an den Einheimischen und stellen fest, dass man hier gerne das ein oder andere Bier trinkt. Zur Info: In den Restaurants wird noch fleißig geraucht – die meisten haben aber funktionierende Klimaanlagen, die es auch für Nichtraucher erträglich machen.

Roher Fisch auf Sushi-Reis im UOSAI

Roher Fisch auf Sushi-Reis im UOSAI

Bei der Wahl der Biermarke gibt es in Tokio wenig Spielraum. Der Tokioter trinkt Asahi. Die Brauerei hat ihren Hauptsitz auf der anderen Flussseite. Kleiner Tipp: Im 22. Stock der Zentrale (die einem Bierglas nachempfunden ist) kann man ein frischgezapftes Asahi (bei -2 Grad Celsius) mit Blick über die Stadt genießen.

Asahi-Hauptquartier und Bar

Asahi-Hauptquartier und Bar

Sollte man in Tokio ein Hotel ohne Frühstück gebucht haben, ist das nicht weiter schlimm. Der Weg zum nächsten Snack ist in der Regel nicht weit. Besonders rund um den Senso-Ji Tempel in Asakusa gibt es ein breites Angebot an Gebackenem und Frittiertem. Mein Favorit ist der Laden mit den Fischwaffeln (keine Sorge: 100% Waffel, 0% Fisch). Probiert auf jeden Fall die mit „Premium Creme“- und Schokoladenfüllung!

Fisch-Waffel-Produktion und -Verkauf in Asakusa

Fisch-Waffel-Produktion und -Verkauf in Asakusa

Sehr lecker sind auch die Age-Manju. Die frittierte japanische Süßigkeit gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Kirsche, Grüner Tee oder Kürbis. Haltet auf dem Weg zum Senso-Ji – kurz vor dem Haupteingang – Ausschau nach einer langen Schlange.

Age-Manju - frittierte Snacks mit buntem Inneren

Age-Manju – frittierte Snacks mit buntem Inneren

Ebenfalls in der Nähe des Tempels findet ihr eine kleine Backstube, die frische Melonenbrote (Meron Pan) und Apfelkuchen anbietet. Die süßen Brote verdanken ihren Namen der melonenartigen Form. Hier gilt wie auch sonst in Japan: Lasst euch von langen Warteschlagen nicht abschrecken. Das ist ein Zeichen für Qualität und in der Regel lohnt sich das Anstehen. Sobald man die Papiertüte mit dem heißen, duftenden und dampfenden Brot in den Händen hält, ist die Wartezeit vergessen.

Meron Pan - Schlange stehen fürs Frühstück

Meron Pan – Schlange stehen fürs Frühstück

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Unterwegs in Indonesien: Pulau Weh (Teil 2: Iboih)

Unsere Tage haben wir auf Pulau Weh überwiegend auf der anderen Seite der Insel in dem kleinen Örtchen Iboih Beach verbracht, dem zweiten touristischen Hotspot der nordindonesischen Insel. Iboih liegt wunderschön im Regenwald und bietet eine tolle Aussicht auf ein paar kleine vorgelagerte Inseln. Statt Relaxen am Strand, der hier sehr überschaubar ausfällt, steht hier jedoch klar der Tauchsport im Vordergrund, die Bungalows sind einfach auf Backpacker ausgerichtet und die Mücken leider zahlreich. Auch wir haben das Abenteuer Unterwasserwelt für uns entdeckt und in einem fünftägigen Tauchkurs endlich unseren PADI Open Water gemacht. Ein paar Tauchschulen bieten hier Kurse an, mit Rubiah Tirta und unserem Tauchlehrer Pablo haben wir für uns eine sehr gute Wahl getroffen. Über die schöne Unterwasserwelt wird im Web viel berichtet, und auch uns hat das Tauchfieber nun nach einigen Anläufen endlich richtig gepackt. 30 Grad Wassertemperatur mit exzellenten Sichtbedingungen, bunte Tropenfische und als Highlight ein brodelnder Unterwasservulkan sind ideale Bedingungen für Anfänger. Weitere Pluspunkte gibt es zudem für die maximal 15-minüte Bootsfahrt zu den Tauchrevieren.

Die Tauchtage sind in der Regel mit einer langen Mittagspause versehen, in der – tata! – die umliegenden kleinen Restaurants getestet werden können. 

Auswahl gibt es in Iboih genug, grob unterschieden wird in à la carte und dem beliebten indonesischen Buffet, meist die günstigere Variante. Wir machen es wie alle anderen auch und entscheiden Tag für Tag spontan, wo das leckerste Essen in den Töpfen bruzzelt. Alle Lokalitäten liegen entweder direkt am Strand oder in zweiter Reihe mit Meerblick, so dass man eigentlich überall nett sitzt. Tauchschüler sind hier gerne gesehen, die meisten Besitzer sprechen ein paar Worte Englisch. Empfehlen können wir Dee Dee’s Kitchen in direkter erster Reihe (leckere Fruitshakes!) sowie das kleine Restaurant am anderen Ende des Strandes, wo es zur Mittagszeit ein gutes Buffet gibt. Ihr erkennt es an den bunten Stühlen, die am Strand stehen. Weiter vorne am Ortseingang (noch vor der Treppe zum hinteren Ortsteil) in einem etwas größeren Restaurant in zweiter Reihe hatten wir zudem den besten frischen Fisch unserer Reise, der auf einem kleinen Holzkohlengrill nach unseren Wünschen zubereitet wurde.

Dee Dee's Kitchen Iboih Sabang

Dee Dee’s Kitchen: Relaxen am Strand

Food at Iboih Beach

Gado Gado und Barbecue-Fisch mit Ketjub: In Iboih gibt es viel Auswahl

Iboih Beach

Strandbar in Iboih

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Unterwegs in Indonesien: Pulau Weh (Teil 1: Sabang)

Der erste Besuch Indonesiens führt uns an den nördlichsten Punkt Sumatras, in die Provinz Aceh. Über den kleinen International Airport in Bandah Aceh ist die Region mittlerweile zum Beispiel von Kuala Lumpur aus gut erreichbar. Die autonome Region ist 2004 durch die schweren Zerstörungen durch den Tsunami zu trauriger Berühmtheit erlangt, dieses Kapitel wird heute im örtlichen Tsunami Museum eindrucksvoll erzählt – und quasi jeder Local, mit dem wir ins Gespräch kamen, hat uns seine persönliche Geschichte des Tages erzählt, an dem sich hier alles verändert hat.
Die Provinzhauptstadt hat neben ihrer Geschichte auch sonst noch so einiges zu bieten, ein Stopover oder auch ein paar Tage länger sollte man sich Zeit nehmen, um Menschen, Kultur und natürlich das Essen kennenzulernen. Aceh ist vor allem für weibliche Europäerinnen zunächst einmal ein kleiner Kulturschock. Fast die gesamte Bevölkerung kleidet sich traditionell, was auch bei tropischen Temperaturen für Frauen lange Kleidung und Kopfbedeckung bedeutet. Unverschleierte Westlerinnen sind völlig ok, aber trotzdem ein Highlight, und schon auf der Fähre von Bandah Aceh nach Pulau Weh, der vorgelagerten Insel, werde ich als Deutsche mehrmals um ein gemeinsames Foto gebeten. In den kommenden knapp zwei Wochen vor Ort wird mir das noch oft passieren, und aus anfänglicher Berührungsangst werden viele lustige Situationen. Übrigens sind es fast immer die Mädels, die um ein Foto bitten 😉 Nach inzwischen vielen Reisen in südostasiatische Länder bleibt mir in Aceh vor allem die den Touristen gegenüber aufgeschlossene, hilfsbereite und neugierige Bevölkerung in Erinnerung. Das liegt sicher auch daran, dass der Tourismus hier noch entspannte Seiten zeigt, Massentourismus ist noch ein Fremdwort und die meisten Gäste kommen aus den umliegenden asiatischen Ländern. Doch auch hier ziehen ausländische Investoren die ersten großen Hotelanlagen hoch, einige bereits betonierte Plätze hat man uns gezeigt. Das Potential ist mit großartigen Tauchrevieren und einer Tropeninsel wie sie im Bilderbuch steht natürlich riesig – es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation hier entwickelt.

How to eat in Sabang
Die Insel ist klein und überwiegend dörflich geprägt. Eine Inseltour mit den wesentlichen Highlights wie Wasserfall, Vulkan und Nullpunkt ist bequem in einem Tag zu schaffen. Die Inselhauptstadt Sabang ist im Ortskern in keiner Weise touristisch geprägt, weshalb es hier ausschließlich Restaurants gibt, in denen man regional essen kann. Ein einfaches Nasi Goreng hatten wir in einem kleinen namenlosen Imbiss an der Hauptstraße.

Nasi Goreng in einem kleinen Restaurant in Sabang

Nasi Goreng in einem kleinen Restaurant in Sabang

Zwei „Ressorts“ liegen am Santai Sumur Tiga, dem wohl schönsten Strand der Insel einige Kilometer außerhalb Sabangs. Freddies und die etwas modernere Casa Nemo liegen an je einem Ende des Strandes und sind beide einen Besuch wert. Casa Nemo bietet zudem als einzige Location an ausgewählten Tagen eine Art westliches „Nachtleben“. Wir durften einer Insel-Rockband zuhören, die mit ihren indonesischen Songs auf viel Begeisterung beim indonesisch-westlichen Publikum stieß. Auch das Restaurant ist einen Besuch wert, in netter Atmosphäre gibt es gutes einheimisches und westliches Essen.

Casa Nemo Santai Sumur Tiga

Live-Musik und Gado Gado im Casa Nemo, Santai Sumur Tiga

Am anderen Ende des Strandes liegt Freddies, wo wir unseren kleinen Bungalow gemietet hatten. Freddies Restaurant ist vor allem an Sonntagen für die Tagestouristen aus Sumatra ein Place to be. Unter der Woche dominieren die internationalen Übernachtungsgäste die Location. Freddies ist eine Institution, das Restaurant selber ist aber hauptsächlich für das abendliche Buffet empfehlenswert. Ab sechs Gästen bereitet der Hausherr persönlich einen bunten Mix aus westlicher und asiatischer Küche zu. Immer mit viel Liebe und einer persönlichen Ansprache an die Gäste. Statt klassischem Hotelbuffet erwartet hier die Gäste eher eine Art „Kochen für den Freundeskreis“. So sieht man den Hausherrn auch ab und an mit einem Jamie Oliver Kochbuch nach neuen Ideen suchen…

Indonesian Food Freddies Santai Sumur Tiga

Indonesisches Buffet bei Freddies

Pancakes at Freddies Santai Sumur Tiga

Pancakes und Avocado-Schoko Shake

Freddies Santai Sumurtiga
Jalan Kyai Haji Agus Salim
Sabang, Aceh
23521, Indonesien
+62 81-360 255 001

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