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Unterwegs in Suedkorea. Teil 1: Seoul Kitchen

Unsere Reise führt uns dieses Mal nach Seoul. Die südkoreanische Metropole liegt für den Mitteleuropäer gute zehn Flugstunden und einige kulinarische Welten entfernt. Unsere Anreise erfolgt problemlos über den modernen Flughafen Incheon, der per Expresszug mit dem Stadtzentrum verbunden ist. Der Transfer bis zur Seoul Station dauert etwa 45 Min und ist mit 8.000 Won (etwa 6 €) vergleichsweise günstig.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich die Stadt optimal erkunden. Das U-Bahn-Netz ist sehr gut ausgebaut – die Stationen sind gepflegt und die Bahnen fahren pünktlich. Nach einigem Suchen und der freundlichen Unterstützung des Verkäufers eines Seven Eleven, finden wir dann auch unser Hotel in der Nähe der Station Chungmuro, von dem aus wir unsere Erkundungstour starten.

Wir müssen morgens nicht weit laufen um uns ein leckeres Frühstück zu genehmigen. Auf dem Weg zum Dongdaemun Markt fällt uns bei unserem Weg am Kanal entlang eine kleine Passage auf, in der mehrere Essenstände aufgebaut sind. Die meisten verkaufen dort bunte Teigtaschen, die auf dem erstem Blick aussehen wie zu groß geratene Ravioli. Es handelt sich um Kimchi Mandu, mit Fleisch und/oder Gemüse gefüllte Teigtaschen, die in Brühe gekocht und mit Sojasauce und Kimchi serviert werden.

Scharfe Teigtaschen von Hand geformt und mit Liebe gekocht: Kimchi Mandu

Scharfe Teigtaschen von Hand geformt und mit Liebe gekocht: Kimchi Mandu

Da haben wir es auch schon: Kimchi zum Frühstück. Das fermentierte und gerne sehr scharf eingemachte Gemüse begegnet uns in Seoul so gut wie zu jeder Mahlzeit. Und wenn der Geschmack zu Beginn ungewohnt ist, macht es doch diese kleine Note aus, die koreanisches Essen so speziell macht. Kimchi ist unglaublich vielseitig und funktioniert als Beilage zum Hauptgericht, Gewürz im Eintopf oder kleine Knabberei zum Bier.

Das scharfe Frühstück ist schnell verspeist und für den kleinen Hunger zwischendurch nehmen wir uns noch ein paar Kimbap to go mit. Die im Stile einer Maki-Rolle gefüllten Snacks, gibt es mit Rettich und anderem Gemüse und sind für kleines Geld so gut wie überall erhältlich.

Nach dem Marktbesuch und einem kleinen Stadtbummel durch das belebte Shopping- und Business-Viertel Myeong-Dong knurrt uns schon wieder der Magen. In einer Seitenstraße finden wir das Galbi-Lokal Yoogane, was zwar einer Kette angehört aber zur Mittagszeit proppenvoll ist und wirklich ansprechend aussieht. Von daher riskieren wir es. Im Restaurant unserer Wahl wird mit Gas direkt am Tisch gekocht. In großen Pfannen werden scharf mariniertes Fleisch oder auch Fisch gemeinsam mit viel Gemüse angebraten. Bei uns gibt es das spicy Chicken, was seinem Namen alle Ehre macht. Dazu werden eingelegtes Gemüse und natürlich auch Kimchi serviert.

Würzig mariniertes Fleisch mit leckerem Gemüse: Chicken Galbi

Würzig mariniertes Fleisch mit leckerem Gemüse: Chicken Galbi

Frisch gestärkt setzen wir unsere kleine Tour durch die Stadt fort und widmen uns ausgiebig dem schier unendlichen Shopping-Angebot. Es kann im Dezember schon mal kalt werden in Seoul, Temperaturen um den Gefrierpunkt sind hier keine Seltenheit. In meinem Fall versagt die Übergangsjacke ihren Dienst und wird durch ein wintertaugliches Modell ersetzt. Zum Teufel mit der Freigepäckgrenze!

Shopping macht hungrig. Und dass in Myeong-Dong gegen Abend die Street-Food-Stände aufgebaut werden und einem die leckeren Essensdüfte in die Nase steigen, macht es nicht besser. Wir entscheiden uns für eine sehr charmante Art der Kalorienaufnahme: Chicken und Beer (Chimaek). So einfach, so genial. Hier gibt es mariniertes, paniertes und frittiertes (oder gebackenes) Hühnchen mit Dip und dazu eiskaltes Bier. Was muss man dazu noch sagen – außer, dass es in diesem Fall kein Kimchi als Beilage gab… Wir lassen Bilder sprechen.

Mariniert, paniert, frittiert, absorbiert: Chicken & Beer

Mariniert, paniert, frittiert, absorbiert: Chicken & Beer

http://yoogane.com.sg/
3-1 Myeong-dong 2-ga, Jung-gu
Seoul, Südkorea

http://www.chirchir.net/#_=_
21, Myeongdong 7-gil, Jung-gu
Seoul, Südkorea

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