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Unterwegs in Hannover: Koh-I-Noor (Suedstadt)

Was waren das noch für Zeiten. Damals in Berlin. Als der Indian Dhaba noch direkt bei uns um die Ecke war und man sich gefühlt jeden zweiten Abend schnell noch was geholt hat. Mira hieß er einst. Seit der Eröffnung, kurz nach unserem Umzug nach Berlin, waren wir dort Stammgäste. Doch auch jetzt, nachdem wir nicht mehr in der Hauptstadt wohnen, gehört ein Wiedersehen bei Mira zu jedem Berlinbesuch. In Hannover stellten wir leider fest, dass es hier nicht nur deutlich weniger indische Restaurants gibt, sondern auch die Preise ein ganzes Stück höher sind als in Berlin. Von einem Dhaba – also einer Art indischem Imbiss – keine Spur.

Bis ich eines Abends in der Südstadt durch Zufall ein Lokal entdeckte, das Koh-I-Noor Dhaba. Bei der erstbesten Gelegenheit fuhr ich dort vorbei nahm wir etwas zu Essen mit. Der erste Versuch war vielversprechend. Das Lamm Saag (Lammfleisch in würziger Spinatsauce) war spektakulär lecker, das Chicken Korma (Hühnchen milden Curry-Sahne-Soße mit Mandeln, Rosinen, Kokosraspeln und Cashewnüssen) nicht ganz auf Mira-Niveau, aber trotzdem gut. Das Koh-I-Noor hat das Potential unser neuer Stamm-Inder zu werden.

Koh-I-Noor

Letztes Wochenende waren wir persönlich im Koh-I-Noor Dhaba zu Gast und direkt begeistert von der Qualität des Essens und der Freundlichkeit des Personals. Das Lokal versprüht zwar den Charme einer 80er-Jahre-Imbiss-Bude, da wir aber nicht beim ersten Date sind, können wir darüber hinweg sehen (nein, ich brauche auch kein Glas zum Bier oder eine Tischdecke im Restaurant). In der Küche, dort wo es drauf ankommt, macht das Koh-I-Noor alles richtig. Wir starteten mit Papardams, das sind dünne, knusprige Fladen aus Linsenmehl, die mit verschiedenen Saucen und Mango Chutney serviert werden. Dazu bestellte ich mir nicht die übliche Mango-Lassi, sondern eine Panjabi-Lassi – eine salzige Variante mit frischen Curryblättern und Gewürzen. Kannte ich bisher noch nicht und ist sicher nicht jedermanns Sache. Wer salzige Getränke (wie z.B. Ayran) mag, sollte sie auf jeden Fall probieren. Als Hauptgericht gab es Lamm Tikka (in Joghurt, Ingwer, Knoblauch und Essig marinierte, Lammfleischstücke auf einer heißen Platte serviert) und Lamm Vindaloo (mit Kartoffeln, Ingwer und Knoblauch in scharfer Curry-Soße – und scharf heißt hier SCHARF). Das Lamm Tikka schmeckte sehr würzig und passte perfekt zu den milden Saucen (Joghurt, Minze und irgendwas fruchtiges), die dazu serviert wurden. Im Gegensatz hierzu war das Vindaloo nicht nur würzig sondern scharf, aber nicht weniger lecker als die bisher probierten Gerichte (es empfiehlt sich dem Kellner vorab zu verraten, wie viel Schärfe man verträgt). Die Portionen sind reichlich, die Preise günstig. Wo kriegt man sonst in Hannover ein gutes indisches Essen für unter zehn Euro? Also klare Empfehlung unsererseits. Hier kann sich auch in Hannovers Südstadt so fühlen, wie einst bei Mira.

http://www.kohinoor-dhaba.de/
Hildesheimer Straße 85
30169 Hannover-Südstadt
0511-954 834 83

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