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Unterwegs in Singapur: Little India

Von dem kleinen Stadtstaat zwischen Malaysia und Indonesien habe ich zugegeben vor meinem ersten Besuch eher wenig Exotik erwartet. Hört man doch immer wieder, es sei so steril, ziemlich unasiatisch und alles sei auf Hochglanz poliert. Eine europäisch anmutende Metropole? Pfft, dafür muss ich doch eigentlich keine zehn Stunden fliegen…

Tatsächlich geht in Singapur alles geordneter zu als in Bangkok oder KL, dennoch hat diese Stadt ihren ganz eigenen Charme, dem ich mich schwer entziehen kann. Neben schier unendlichen Shoppingmalls, Megahotels und einer ziemlich beeindruckenden Kulisse rund um den Hafenbereich (die tägliche Lightshow nicht verpassen!) faszinieren mich in erster Linie die kleinen Dinge – diese sind es auch, die einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das Nebeneinander der Kulturen, die auf den ersten Blick harmonisch miteinander leben, und dennoch Welten zwischen den Welten durchblicken lassen. Singapur ist eine Stadt, die im wahrsten Sinne des Wortes keine gemeinsame Sprache spricht (es sei denn, Singlish wird irgendwann einmal offizielle Amtssprache). Trotzdem oder genau deswegen begegnen wir extrem weltoffenen Menschen, einem bunten Mix der Kulturen – und natürlich großartigem Essen!

Before traveling to Singapore for the first time I never expected such a charming and interesting town. This very well organized city is a melting point of different cultures with shopping malls, mega hotels and a great harbor skyline (don’t miss the daily light show!). Singapore is a city with no common language unless „Singlish“ will get the official language one day. But this is also the reason we meet very open minded persons, an interesting mix of cultures – and of course great food!

Little India

Tekka Center: Banana Pancake und einmal alles auf Bananenblatt
Die Inder tragen einen großen Teil zur kulturellen Vielfalt Singapurs bei. Unser neu eröffnetes Hotel (wir seien Gäste Nummer zehn teilt man uns stolz mit) liegt mitten in Little India, einem teilweise auf Hochglanz herausgeputzten Viertel, welches aber hinter den Fassaden erahnen lässt, wie schwierig für viele Inder das tägliche Leben als Gastarbeiter in der teuren Stadt ist. In Little India habe sich zahlreiche Händler angesiedelt, und wer gerne indische Mitbringsel shoppen möchte, dem sei die touristisch bekannte Buffalo Road ans Herz gelegt. Hier auch unbedingt einen Abstecher ins Tekka Center machen, denn in der oberen Etage gibt es jede Menge bunte indische Kleidung. Wenn ich es auch selber nicht trage – es ist aber wirklich toll anzusehen.

Im Food Stall des Tekka Centers fängt unser kulinarischer Tag auch an. Das Frühstück haben wir wie so oft nicht im Hotel gebucht, dafür sind wir nun hungrig und stürzen uns auf einen der zahlreichen Stände. Im Gegensatz zu beispielsweise Bangkok gibt es in Singapur nur an wenigen ausgewiesenen Orten Straßenstände, weshalb die Food Stalls in den Markthallen für einen kleinen Snack zu jeder Tageszeit eine gute und günstige Wahl sind. Wir entscheiden uns an diesem Morgen für einen Banana-Pancake (für uns ein Klassiker auf Reisen). Dazu schmeckt ein Eiskaffee, den es an einem der Nachbarstände gibt.

Wer gegen Mittag im Tekka Center Halt macht, dem empfehle ich einen wachsamen Blick auf den größten Reistopf mit der längsten Schlange: Das wird euer Mittagessen! Den Tipp haben wir von einem Freund bekommen, der seit einiger Zeit in der Stadt lebt und uns zielsicher in der Schlange platziert – und es stimmt: An einem indischen Stand mit einem großen Topf und vielen hungrigen Menschen davor haben wir eines unserer Street Food Highlights in Singapur gefunden, ein sensationelles Biryani. Lecker gewürzter Reis, Hühnchen, etwas Gemüse, ein Ei und dazu eine milde Currysauße sowie eine schärfere Chilisauce auf dem Tisch zum Nachwürzen haben uns wahnsinnig satt und glücklich gemacht. Und hübsch angerichtet auf einem Bananenblatt macht auch dieses günstige „Fast Food“ richtig was her!

Tekka Center: Banana Pancake and Street Food on a banana leaf
Our hotel is located in Little India. The parts where tourists normally go are well renovated and really nice to visit, but behind the scenes we can only imagine how hard the life is for all those uncountable Indian immigrant workers you can see on the streets.

If you like to shop indian souvenirs Little India, especially the Buffalo Road, is your place to be. Don’t miss the first floor at Tekka Center where you can buy all kind of Indian clothes.

We start our food trip at the Tekka Center Food Stall with a breakfast. In difference to cities like Bangkok Singapore is not a typical place for having Street Food, because there are only a few places in the city where the food is really served on a street. In Singapore the best place for having cheap and good food all day long are the food stalls wich you can find everywhere in the shopping malls and market places. So we do this morning with one of our favorite breakfast classics banana pancake and an iced coffee.

For having a good lunch at Tekka Center take a look around: Can you see a big rice pot with a big line in front of it? This will be your lunch today! This is a tipp from a friend of us who lives in Singapore and he is right with it. The biryani we have this day is one of the Street Food highlights in Singapore. Spicy rice, chicken, some vegetables, topped with an egg, a creamy curry sauce and a spicy chili sauce – all served on a banana leaf. It is great, cheap and makes happy!

Singapore Tekka Center

Singapore, Little India. Best biryani at Tekka Center


Banana Leaf Apollo: Noch mehr auf Bananenblatt

Das Biryani im Tekka Center hat Lust auf mehr gemacht, so dass wir wieder einem Tipp folgen und zusammen mit unseren local experts einen Abend im Banana Leaf Apollo verbringen, einem gutbesuchten alteingesessenen Restaurant in der Nähe der Station Little India. Wie der Name des Hauses schon sagt, gibt es jede Menge indische Speisen auf dem Bananenblatt. Man bestellt was man mag à la carte, der Service kommt ebenfalls mit Beilagen aus dem Topf (verschiedene Reis- und Gemüsegerichte) an den Tisch. Faire Preise vergleichbar mit denen indischer Restaurants in Europa und große Curry-Portionen machen uns pappsatt und reißen nur ein kleines Loch in unsere Reisekasse.

Banana Leaf Apollo: More food on a banana leaf
The biryani at Tekka Center was so good that we want to have MORE! Together with our local friends we visit the well known and long-established Banana Leaf Apollo close to the Little India Metro Station. As the restaurants name promises you can get here Indian dishes on banana leaf. You order à la carte, but some side orders will be served directly at the table. Prices are fair but comparable with those in Europe.

Singapore Litte India

Singapore, Little India. Great food on a banana leaf at Banana Leaf Apollo

Little India: Official website
Little India Official Website

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German Street Food: Currywurst

Über die Zubereitung von Nationalgerichten kann in jedem Land genüsslich am Tisch diskutiert werden. Auch wir Deutschen sind uns herzlich uneins, wenn es um unsere berühmteste Wurst – die Currywurst – geht. Wir kennen sie als Bratcurry oder gebrühte Currywurst, mal geschnitten und in Sauce ertränkt, mal im Ganzen mit Ketchup gekrönt. Gebraten, frittiert, gedünstet, gegrillt. Oder für den Gourmet sogar mit einem hauchzarten goldenen Blatt verziert. Der Berliner fragt seinen Gast: „mit oder ohne“. Gemeint ist mit Darm oder pellenlos. Dazu gibt es Toast, Brötchen oder Pommes. Mit Ketchup, Mayo oder beidem… Welche ist die beste? Welche euch schmeckt! Guten Appetit!

Hier schmeckt die Currywurst besonders gut:

Curry 36, Berlin-Kreuzberg. Ohne Darm.

Plümecke, Hannover-List. Currywurst-Pommes klassisch.

Curry, Düsseldorf. Ein Klassiker – aber mit Stil.

Auch nett: Die Historie der Currywurst auf Wikipedia

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Everyone likes to discuss about their national favorite dishes. Also we Germans do: what is the best Currysausage? The brewed one? (Deep) fried? Grilled? A cutted sausage or a „crowned“ one with a lot of ketchup and curry powder on the top? In Berlin, you will be asked „with or without“. Find out yourself what it means. As a side order you may try a toast, french fries or some bread. Which one is the best? That one YOU like! Guten Appetit!

currywurdt

Oben: Currywurst im Plümecke, Hannover. Unten: Das Curry 36 in Berlin

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Unterwegs in Indonesien: Pulau Weh (Teil 2: Iboih)

Unsere Tage haben wir auf Pulau Weh überwiegend auf der anderen Seite der Insel in dem kleinen Örtchen Iboih Beach verbracht, dem zweiten touristischen Hotspot der nordindonesischen Insel. Iboih liegt wunderschön im Regenwald und bietet eine tolle Aussicht auf ein paar kleine vorgelagerte Inseln. Statt Relaxen am Strand, der hier sehr überschaubar ausfällt, steht hier jedoch klar der Tauchsport im Vordergrund, die Bungalows sind einfach auf Backpacker ausgerichtet und die Mücken leider zahlreich. Auch wir haben das Abenteuer Unterwasserwelt für uns entdeckt und in einem fünftägigen Tauchkurs endlich unseren PADI Open Water gemacht. Ein paar Tauchschulen bieten hier Kurse an, mit Rubiah Tirta und unserem Tauchlehrer Pablo haben wir für uns eine sehr gute Wahl getroffen. Über die schöne Unterwasserwelt wird im Web viel berichtet, und auch uns hat das Tauchfieber nun nach einigen Anläufen endlich richtig gepackt. 30 Grad Wassertemperatur mit exzellenten Sichtbedingungen, bunte Tropenfische und als Highlight ein brodelnder Unterwasservulkan sind ideale Bedingungen für Anfänger. Weitere Pluspunkte gibt es zudem für die maximal 15-minüte Bootsfahrt zu den Tauchrevieren.

Die Tauchtage sind in der Regel mit einer langen Mittagspause versehen, in der – tata! – die umliegenden kleinen Restaurants getestet werden können. 

Auswahl gibt es in Iboih genug, grob unterschieden wird in à la carte und dem beliebten indonesischen Buffet, meist die günstigere Variante. Wir machen es wie alle anderen auch und entscheiden Tag für Tag spontan, wo das leckerste Essen in den Töpfen bruzzelt. Alle Lokalitäten liegen entweder direkt am Strand oder in zweiter Reihe mit Meerblick, so dass man eigentlich überall nett sitzt. Tauchschüler sind hier gerne gesehen, die meisten Besitzer sprechen ein paar Worte Englisch. Empfehlen können wir Dee Dee’s Kitchen in direkter erster Reihe (leckere Fruitshakes!) sowie das kleine Restaurant am anderen Ende des Strandes, wo es zur Mittagszeit ein gutes Buffet gibt. Ihr erkennt es an den bunten Stühlen, die am Strand stehen. Weiter vorne am Ortseingang (noch vor der Treppe zum hinteren Ortsteil) in einem etwas größeren Restaurant in zweiter Reihe hatten wir zudem den besten frischen Fisch unserer Reise, der auf einem kleinen Holzkohlengrill nach unseren Wünschen zubereitet wurde.

Dee Dee's Kitchen Iboih Sabang

Dee Dee’s Kitchen: Relaxen am Strand

Food at Iboih Beach

Gado Gado und Barbecue-Fisch mit Ketjub: In Iboih gibt es viel Auswahl

Iboih Beach

Strandbar in Iboih

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Unterwegs in Indonesien: Pulau Weh (Teil 1: Sabang)

Der erste Besuch Indonesiens führt uns an den nördlichsten Punkt Sumatras, in die Provinz Aceh. Über den kleinen International Airport in Bandah Aceh ist die Region mittlerweile zum Beispiel von Kuala Lumpur aus gut erreichbar. Die autonome Region ist 2004 durch die schweren Zerstörungen durch den Tsunami zu trauriger Berühmtheit erlangt, dieses Kapitel wird heute im örtlichen Tsunami Museum eindrucksvoll erzählt – und quasi jeder Local, mit dem wir ins Gespräch kamen, hat uns seine persönliche Geschichte des Tages erzählt, an dem sich hier alles verändert hat.
Die Provinzhauptstadt hat neben ihrer Geschichte auch sonst noch so einiges zu bieten, ein Stopover oder auch ein paar Tage länger sollte man sich Zeit nehmen, um Menschen, Kultur und natürlich das Essen kennenzulernen. Aceh ist vor allem für weibliche Europäerinnen zunächst einmal ein kleiner Kulturschock. Fast die gesamte Bevölkerung kleidet sich traditionell, was auch bei tropischen Temperaturen für Frauen lange Kleidung und Kopfbedeckung bedeutet. Unverschleierte Westlerinnen sind völlig ok, aber trotzdem ein Highlight, und schon auf der Fähre von Bandah Aceh nach Pulau Weh, der vorgelagerten Insel, werde ich als Deutsche mehrmals um ein gemeinsames Foto gebeten. In den kommenden knapp zwei Wochen vor Ort wird mir das noch oft passieren, und aus anfänglicher Berührungsangst werden viele lustige Situationen. Übrigens sind es fast immer die Mädels, die um ein Foto bitten 😉 Nach inzwischen vielen Reisen in südostasiatische Länder bleibt mir in Aceh vor allem die den Touristen gegenüber aufgeschlossene, hilfsbereite und neugierige Bevölkerung in Erinnerung. Das liegt sicher auch daran, dass der Tourismus hier noch entspannte Seiten zeigt, Massentourismus ist noch ein Fremdwort und die meisten Gäste kommen aus den umliegenden asiatischen Ländern. Doch auch hier ziehen ausländische Investoren die ersten großen Hotelanlagen hoch, einige bereits betonierte Plätze hat man uns gezeigt. Das Potential ist mit großartigen Tauchrevieren und einer Tropeninsel wie sie im Bilderbuch steht natürlich riesig – es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation hier entwickelt.

How to eat in Sabang
Die Insel ist klein und überwiegend dörflich geprägt. Eine Inseltour mit den wesentlichen Highlights wie Wasserfall, Vulkan und Nullpunkt ist bequem in einem Tag zu schaffen. Die Inselhauptstadt Sabang ist im Ortskern in keiner Weise touristisch geprägt, weshalb es hier ausschließlich Restaurants gibt, in denen man regional essen kann. Ein einfaches Nasi Goreng hatten wir in einem kleinen namenlosen Imbiss an der Hauptstraße.

Nasi Goreng in einem kleinen Restaurant in Sabang

Nasi Goreng in einem kleinen Restaurant in Sabang

Zwei „Ressorts“ liegen am Santai Sumur Tiga, dem wohl schönsten Strand der Insel einige Kilometer außerhalb Sabangs. Freddies und die etwas modernere Casa Nemo liegen an je einem Ende des Strandes und sind beide einen Besuch wert. Casa Nemo bietet zudem als einzige Location an ausgewählten Tagen eine Art westliches „Nachtleben“. Wir durften einer Insel-Rockband zuhören, die mit ihren indonesischen Songs auf viel Begeisterung beim indonesisch-westlichen Publikum stieß. Auch das Restaurant ist einen Besuch wert, in netter Atmosphäre gibt es gutes einheimisches und westliches Essen.

Casa Nemo Santai Sumur Tiga

Live-Musik und Gado Gado im Casa Nemo, Santai Sumur Tiga

Am anderen Ende des Strandes liegt Freddies, wo wir unseren kleinen Bungalow gemietet hatten. Freddies Restaurant ist vor allem an Sonntagen für die Tagestouristen aus Sumatra ein Place to be. Unter der Woche dominieren die internationalen Übernachtungsgäste die Location. Freddies ist eine Institution, das Restaurant selber ist aber hauptsächlich für das abendliche Buffet empfehlenswert. Ab sechs Gästen bereitet der Hausherr persönlich einen bunten Mix aus westlicher und asiatischer Küche zu. Immer mit viel Liebe und einer persönlichen Ansprache an die Gäste. Statt klassischem Hotelbuffet erwartet hier die Gäste eher eine Art „Kochen für den Freundeskreis“. So sieht man den Hausherrn auch ab und an mit einem Jamie Oliver Kochbuch nach neuen Ideen suchen…

Indonesian Food Freddies Santai Sumur Tiga

Indonesisches Buffet bei Freddies

Pancakes at Freddies Santai Sumur Tiga

Pancakes und Avocado-Schoko Shake

Freddies Santai Sumurtiga
Jalan Kyai Haji Agus Salim
Sabang, Aceh
23521, Indonesien
+62 81-360 255 001

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Unterwegs in Malaysia: Nasi Lemak

Air Asia gibt einem bereits beim Anflug aufs Land im Bordmagazin eine detaillierte Anleitung der Must DOS in Malaysia. An erster Stelle wird Ausländern nahegelegt, sich des traditionellen Frühstücks namens Nasi Lemak zu widmen. Natürlich folgen wir dem Rat und stürzen uns gleich am ersten Morgen auf der nordmalaysischen Insel Langkawi auf die kulinarische Tradition unseres Gastgeberlandes. Nasi Lemak ist ein herzhaftes ganz und gar asiatisches Frühstück, immer ist eine Portion Reis mit etwas Fleisch (oft Huhn) dabei, dazu werden häufig knusprige Sardellen, Erdnüsse, ein kleines Gemüsecurry oder auch ein Ei serviert. Wie bei quasi jedem Nationalgericht steht Nasi Lemak nahezu überall auf der Karte und wird überall ein wenig anders zubereitet. Besonders gut hat es uns im Cactus geschmeckt, einem kleinen Laden in Pantai Tengah im Südwesten des Eilands, wo es für 6 MYR zu bekommen ist. Wer hier zum Frühstück hinkommt, dem sei das ebenfalls köstliche Roti Jala Sunrise (Buttermilk Chicken Curry) für 9 MYR ans Herz gelegt. Die ganz Mutigen unter euch probieren das Laksa Pantai Timur. Das ist etwas – nun ja – speziell. Aber wie schon auf der Speisekarte steht: MUST TRY MALAYSIAN FOOD!

Cactus1

Cactus Restaurant and Café
Pantai Tengah, Kedawang
07000, Pulau Langkawi
Langkawi, Kedah
+60 12-407 7928

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