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Unterwegs in Suedkorea. Teil 2: Seoul Food

Im zweiten Teil unserer kulinarischen Seoul-Reise möchten wir euch drei sehr unterschiedliche Arten koreanischer Küche präsentieren. Wir beginnen mit schmackhaften Eintöpfen für kalte Tage, genießen dann einen echten koreanischen Klassiker und beenden unseren kleinen Ausflug mit Feuer und Fleisch.

In kalten Tagen geht nichts über einen schönen deftigen Eintopf. Es ist die ehrlichste Art des Essens, wahres Slow-Food, an dem man die Hände, den Magen und die Seele wärmen kann. In den meisten Ländern gibt es diese Art der Küche – selbstverständlich auch in Korea, mit den lokalen Einflüssen und Zutaten, die diese Gerichte besonders machen.

Wir sind wieder unterwegs durch das frostige Myeong-Dong und landen im Restaurant Onedang, um uns aufzuwärmen. Wie es der Zufall will, sind auf der umfangreichen Speisekarte auch verschiedene Eintöpfe zu finden – perfekt, für einen solchen Tag. Unsere Wahl fällt auf den Kimchi Stew (Eintopf mit Kimchi und Schweinerippchen) und den Eintopf mit Meeresfrüchten. Während wir auf unsere Bestellung warten, gibt es schon mal Wasser und etwas zu Naschen aufs Haus. Der Kellner serviert mehrere Schälchen mit eingelegtem Gemüse, Gürkchen und Kimchi, mit denen wir unsere Wartezeit verkürzen. Kurze Zeit später ist es aber auch schon soweit und uns werden zwei große, siedend heiße Tonschüsseln mit Eintopf serviert, die fast überschwappen.

Der Kimchi Stew ist heiß, würzig, scharf (nicht zu scharf, sondern genau richtig) und hat das Aroma der Schweinerippchen, die so zart sind, das man das Fleisch mit den Stäbchen vom Knochen lösen kann, intensiv aufgenommen. Der Eintopf wird mit einer Schere serviert, um die großen Stücke Kimchi, die darin schwimmen, klein zu kriegen. Für den Europäer ungewohnt, in Korea durchaus üblich. Die Mischung aus Heiß und Scharf zeigt die erwartete Wirkung und schmeckt darüber hinaus wirklich richtig gut. Der Meeresfrüchte-Eintopf ist die mildere Variante, leicht säuerlich mit einem intensiven Geschmack nach Meer. Durch die großzügigen Zugabe von Tofu, bleibt dieses Gericht fleischfrei. Beide Eintöpfe gehören zu den besten Essen, die wir auf unserer Reise genießen durften und sind uneingeschränkt zu empfehlen!

Collage_Onedang

Ehrliches Essen für die Seele: Kimchi und Meeresfrüchte Eintopf

Auch unsere zweite Station beschert uns Essen aus Ton- bzw. Steinpötten und führt uns zu einem Klassiker der koreanischen Küche. Viele kennen sicherlich Bibimbap, das es längst über die asiatischen Grenzen nach Deutschland geschafft hat und sich hoher Beliebtheit erfreut. In einem heißen Steinpott (Dolsot) werden verschiedene (meist eingelegte) Gemüsesorten auf Reis serviert. Dazu gehört eine scharfe rote Sauce (Gochujang) und häufig auch ein Ei. Das besondere ist, dass das Bibimbap im heißen Dolsot nachgart und der Reis langsam am Boden eine Kruste bildet. Während man alles kräftig umrührt, bruzzelt alles weiter vor sich hin, das Ei stockt und verbindet sich mit den anderen Zutaten und die scharfe Sauce gibt dem ganzen Feuer.

Unser Bibimbap hatten wir in einem Lokal namens Hanguk-jib in der Lotte World Mall auf der südlichen Flussseite und relativ weit von unserem Hotel in Chungmuro entfernt. Wir waren zufrieden, weisen aber darauf hin, dass man in Seoul nicht weit fahren muss um ein exzellentes Bibimbap zu genießen. Mittlerweile ist es selbst in Deutschland, nicht so schwer ein koreanisches Lokal zu finden, das ein authentisches Bibimbap anbietet. Für jeden Seoul-Reisenden gehört der Genuss eines Bibimbaps definitiv zu den Must-Eats.

Mit einem weiteren Must-Eat kommen wir zu unserer letzten Station für heute. Achtung, hier wird gegrillt. Direkt am Tisch. Und das mit Kohle! Was wäre eine Seoul-Tour ohne das Korean-BBQ? Aus kulinarischer Sicht sicherlich unvollständig.

Collage_Hangookjib

Bibimbap: Ein koreanischer Klassiker erobert die Welt.

Wieder in Myeong-Dong unterwegs und folgen wir einer Empfehlung ins Restaurant Wangbi-jib. Das Lokal ist proppenvoll, aber wir haben Glück und nach nur 15 Minuten Wartezeit wird ein Tisch für uns frei. In der Mitte der Tisches ist eine runde Aussparung und darüber befindet sich ein Rauchabzug – hier geht es gleich zur Sache. Nach einem ausgiebigen Blick in die Karte entscheiden wir uns für marmoriertes Rindfleisch, was fantastisch aussieht, und deftigen Schweinebauch. Dazu passend gibt es koreanisches Cass-Bier vom Fass (think global, drink lokal!).

Kaum bestellt geht es schon mit den Beilagen los. Es werden wieder zahlreiche Schälchen mit scharfer Sauce, Gemüse, Kimchi und Salat serviert – eines davon enthält eine Art Krautsalat, auf das ein rohes Ei geschlagen wurde. Auf Nachfrage wird uns verraten, wie man ihn isst. Man rührt das rohe Ei unter den Krautalat und isst ihn später zum Fleisch.

Jetzt geht es Schlag auf Schlag. Der Kellner bringt eine Schäle mit glühender Holzkohle, setzt sie in die Aussparung des Tisches und legt den Grillrost darauf. Dann folgt schon der nächste mit dem Fleisch, Pilzen, Zwiebeln und Knoblauch, die direkt auf den Grill kommen. Das heiße Grillgut wird nun zusammen mit dem Krautsalat in ein Salatblatt gewickelt und wie ein Wrap mit der Hand gegessen. Super Sache!

Das Schöne daran ist, dass man sich richtig Zeit nimmt und erlebt, wie aus hochwertigen Zutaten eine leckere Mahlzeit wird. Dies gibt einem Gelegenheit bei einem oder zwei Bierchen, den Tag Revue passieren zu lassen und neben des Essens auch die Atmosphäre zu genießen. Als kleinen Abschluss teilen wir uns noch eine kleine Flasche Makgeolli – ein alkoholisches Getränk auf Reisbasis. Die milchige Flüssigkeit schmeckt mild und hat doch ein unverwechselbares Aroma. Der perfekte Abschluss eines schönen und kulinarisch aufregenden Abends.

Collage_Wangbijib

Feuer und Fleisch: Korean BBQ

OneDang Gamjatang Myeongdong Store 2
25-33 Chungmuro1-ga, Jung-gu
Seoul, Südkorea

Hanguk-jib
Lotte World Mall
300 Olympic-ro, Songpa-gu
Seoul, Südkorea

http://www.wangbijib.com/
2F 63-6 Chungmuro-2ga, Jung-gu
Seoul, Südkorea

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Unterwegs in Suedkorea. Teil 1: Seoul Kitchen

Unsere Reise führt uns dieses Mal nach Seoul. Die südkoreanische Metropole liegt für den Mitteleuropäer gute zehn Flugstunden und einige kulinarische Welten entfernt. Unsere Anreise erfolgt problemlos über den modernen Flughafen Incheon, der per Expresszug mit dem Stadtzentrum verbunden ist. Der Transfer bis zur Seoul Station dauert etwa 45 Min und ist mit 8.000 Won (etwa 6 €) vergleichsweise günstig.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich die Stadt optimal erkunden. Das U-Bahn-Netz ist sehr gut ausgebaut – die Stationen sind gepflegt und die Bahnen fahren pünktlich. Nach einigem Suchen und der freundlichen Unterstützung des Verkäufers eines Seven Eleven, finden wir dann auch unser Hotel in der Nähe der Station Chungmuro, von dem aus wir unsere Erkundungstour starten.

Wir müssen morgens nicht weit laufen um uns ein leckeres Frühstück zu genehmigen. Auf dem Weg zum Dongdaemun Markt fällt uns bei unserem Weg am Kanal entlang eine kleine Passage auf, in der mehrere Essenstände aufgebaut sind. Die meisten verkaufen dort bunte Teigtaschen, die auf dem erstem Blick aussehen wie zu groß geratene Ravioli. Es handelt sich um Kimchi Mandu, mit Fleisch und/oder Gemüse gefüllte Teigtaschen, die in Brühe gekocht und mit Sojasauce und Kimchi serviert werden.

Scharfe Teigtaschen von Hand geformt und mit Liebe gekocht: Kimchi Mandu

Scharfe Teigtaschen von Hand geformt und mit Liebe gekocht: Kimchi Mandu

Da haben wir es auch schon: Kimchi zum Frühstück. Das fermentierte und gerne sehr scharf eingemachte Gemüse begegnet uns in Seoul so gut wie zu jeder Mahlzeit. Und wenn der Geschmack zu Beginn ungewohnt ist, macht es doch diese kleine Note aus, die koreanisches Essen so speziell macht. Kimchi ist unglaublich vielseitig und funktioniert als Beilage zum Hauptgericht, Gewürz im Eintopf oder kleine Knabberei zum Bier.

Das scharfe Frühstück ist schnell verspeist und für den kleinen Hunger zwischendurch nehmen wir uns noch ein paar Kimbap to go mit. Die im Stile einer Maki-Rolle gefüllten Snacks, gibt es mit Rettich und anderem Gemüse und sind für kleines Geld so gut wie überall erhältlich.

Nach dem Marktbesuch und einem kleinen Stadtbummel durch das belebte Shopping- und Business-Viertel Myeong-Dong knurrt uns schon wieder der Magen. In einer Seitenstraße finden wir das Galbi-Lokal Yoogane, was zwar einer Kette angehört aber zur Mittagszeit proppenvoll ist und wirklich ansprechend aussieht. Von daher riskieren wir es. Im Restaurant unserer Wahl wird mit Gas direkt am Tisch gekocht. In großen Pfannen werden scharf mariniertes Fleisch oder auch Fisch gemeinsam mit viel Gemüse angebraten. Bei uns gibt es das spicy Chicken, was seinem Namen alle Ehre macht. Dazu werden eingelegtes Gemüse und natürlich auch Kimchi serviert.

Würzig mariniertes Fleisch mit leckerem Gemüse: Chicken Galbi

Würzig mariniertes Fleisch mit leckerem Gemüse: Chicken Galbi

Frisch gestärkt setzen wir unsere kleine Tour durch die Stadt fort und widmen uns ausgiebig dem schier unendlichen Shopping-Angebot. Es kann im Dezember schon mal kalt werden in Seoul, Temperaturen um den Gefrierpunkt sind hier keine Seltenheit. In meinem Fall versagt die Übergangsjacke ihren Dienst und wird durch ein wintertaugliches Modell ersetzt. Zum Teufel mit der Freigepäckgrenze!

Shopping macht hungrig. Und dass in Myeong-Dong gegen Abend die Street-Food-Stände aufgebaut werden und einem die leckeren Essensdüfte in die Nase steigen, macht es nicht besser. Wir entscheiden uns für eine sehr charmante Art der Kalorienaufnahme: Chicken und Beer (Chimaek). So einfach, so genial. Hier gibt es mariniertes, paniertes und frittiertes (oder gebackenes) Hühnchen mit Dip und dazu eiskaltes Bier. Was muss man dazu noch sagen – außer, dass es in diesem Fall kein Kimchi als Beilage gab… Wir lassen Bilder sprechen.

Mariniert, paniert, frittiert, absorbiert: Chicken & Beer

Mariniert, paniert, frittiert, absorbiert: Chicken & Beer

http://yoogane.com.sg/
3-1 Myeong-dong 2-ga, Jung-gu
Seoul, Südkorea

http://www.chirchir.net/#_=_
21, Myeongdong 7-gil, Jung-gu
Seoul, Südkorea

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Unterwegs in Berlin: Soju Bar (Kreuzberg)

Am Görlitzer Bahnhof in Berlin-Kreuzberg befindet sich die Troika der südkoreanischen Gastro bestehend aus dem Kimchi Princess, der Soju Bar und dem Angry Chicken.

Wir waren zu Besuch in der Soju Bar, in der koreanisches Street Food serviert wird. Das Lokal ist relativ klein und wirkt wie eine lauschige Cocktail-Bar mit einer Reihe von Sitzgelegenheiten. Das unaufdringliche Beleuchtungskonzept, bestehend aus Teelichtern und Leuchtreklamen, lässt eine lauschige Stimmung aufkommen und schafft die optimale Atmosphäre für das erste Date.

Think global, drink local. Selbstverständliche trinkt man in der Soju Bar koreanisches Hite Beer. Es gibt aber auch alkoholfreie Alternativen wie koreanische Tees oder Softdrinks. Wer definitiv nicht mehr fahren muss, kann sich einen Soju-Cocktail gönnen ( Soju ist ein koranischer Schnaps, der aus der Süßkartoffel gewonnen wird).

Nach dem ersten Kaltgetränk kommt Hunger auf. Die Karte ist überschaubar, aber trotzdem abwechslungsreich. Als Einstimmung empfehlen sich Anju: Die kleinen oder auch größeren Snacks können einzeln oder auch kombiniert als Anju Box bestellt werden. Unsere Tteokbokki (geschmorte Reiskuchensticks mit Odeng in scharfer Sauce) sehen aus wie Penne mit Tomatensauce, schmecken aber eher „Arrabiata“ – sie sind zu scharf, wir sind zu schwach.

Soju Bar

Unsere Wahl der Hauptgerichte ist klassisch koreanisch. Mariniertes Rindfleisch, verschiedenes Gemüse, ein Spiegelei und scharfe Soße – das ist Bibimbap! Super lecker und ein Muss in der Soju Bar, also unbedingt mal probieren. So Bulgogi De Opbap sind marinierte Rindfleischsstreifen auf Reis mit einer Kimchi-Beilage und unser zweites Gericht. Auch sehr lecker und weniger scharf, für die milden Gaumen.

Falls man es weniger exotisch mag, kann man auf Frittiertes zurückgreifen. Chicken gibt es in den Varianten Friendly (klassisch), Angry (zimt-süß), Sexy (Soja-Knobi) , So So Angry (scharf) und Furios (brennt mehrfach). Dazu gibt es verschiedene frittierte Beilagen wie Süsskartoffel-Fritten, Kartoffelecken und Pommes. Es ist also für jeden etwas dabei.

Schaut bei eurem nächsten Berlinbesuch mal vorbei. Es lohnt sich!

Kleiner Tipp: Da die Soju Bar demnächst umzieht und erst im Dezember wiedereröffnet, empfiehlt sich vorher ein Blick auf die Internetseite, um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen.

http://soju-bar.com/
Skalitzer Str. 36
10999 Berlin-Kreuzberg
0163-45 802 03

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